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Ein Enzym kann einen Produktionsschritt ersetzen, der sonst Hitze, Chemikalien und viel Energie braucht. Genau daran arbeiten in Leipzig rund 130 Menschen aus 19 Nationen. c-LEcta entwickelt, produziert und vertreibt Enzyme für die Pharma- und Lebensmittelindustrie und ging 2004 als Ausgründung der Universität Leipzig an den Start. Seit 2022 gehört das Unternehmen zur irischen Kerry Group.
Wie konkret das Geschäft ist, zeigt Denarase. Dieses Enzym zerlegt DNA und RNA in kleine Bruchstücke und wird bei der Herstellung von Impfstoffen sowie von Gen- und Zelltherapien eingesetzt, um Reste fremden Erbguts aus dem Produkt zu entfernen; hergestellt wird es nach EU-GMP-Vorgaben. Auf der Lebensmittelseite steht Acrylerase, eine Amidase, die Acrylamid in löslichem Kaffee und Kaffee-Extrakten um bis zu 90 Prozent abbaut. Hinter beidem steckt die firmeneigene Plattform ENESYZ, mit der Forschungsteams aus einer sehr großen Zahl genetischer Varianten in kurzer Zeit die passende Enzymvariante herausfiltern. Über 400 Kunden in mehr als 40 Ländern beziehen die Produkte (c-lecta.com, abgerufen 08.08.2026). Für die Produktion gelten die Zertifizierungen nach DIN EN ISO 9001, EXCiPACT und ANSI NSF 363.
Im September 2025 hat Kerry an der Alten Messe in Leipzig ein neues Biotechnologiezentrum eröffnet, in dem c-LEcta seinen Sitz hat. Geleitet wird es von Marc Struhalla, der die Firma 2004 mitgegründet hat und heute zugleich die Enzymforschung der gesamten Gruppe verantwortet. Mehr als 100 Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftler und technische Fachkräfte arbeiten dort, 34 von ihnen mit Promotion. Kerry selbst beschäftigt weltweit rund 22.000 Menschen. Zur Belegschaftsgröße in Leipzig gibt es leicht abweichende Angaben: Das Unternehmen nennt auf der eigenen Website mehr als 120 Beschäftigte, die Wirtschaftsförderung Sachsen zuletzt über 130.
Die Arbeit verteilt sich über die gesamte Kette vom Gen bis zum verkaufsfertigen Produkt. In der Forschung durchsuchen Teams metagenomische Bibliotheken und einen Bestand von über 5.000 vorselektierten Mikroorganismen-Stämmen nach brauchbaren Kandidaten und entwickeln daraus Produktionsstämme und Fermentationsprozesse. Ein paar Türen weiter begleiten Fachleute aus Regulatory Affairs dieselben Enzyme durch die strengen Zulassungsverfahren für Lebensmittel und Arzneimittel. In den Pilot- und Produktionsanlagen wird aus dem Laborergebnis eine verkaufsfähige Charge. Gesucht wird entsprechend breit: Neben Biochemie und Life Sciences stehen aktuell auch eine Stelle als Production Operator, eine Technical Assistant und eine Position am Empfang offen.
Als Angebote an die Belegschaft nennt c-LEcta bezuschusste Jobtickets und E-Bikes, mobiles Arbeiten, regelmäßige Weiterbildung, ein Programm zur Nachwuchsförderung und eine jährliche Erfolgsbeteiligung. Der Bewerbungsweg ist überschaubar: erst ein virtuelles Gespräch, dann ein Besuch vor Ort mit Rundgang durch die Labore und Kennenlernen des künftigen Teams. Wer unterschreibt, hat den Arbeitsplatz also vorher gesehen.
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