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Ein Familienunternehmen wechselt den Eigentümer, ein Konzern braucht Geld für eine Übernahme, eine Kommune vergibt ein Großprojekt: Bei solchen Vorhaben sitzen bei Heuking häufig Rechtsanwältin, Steuerberater und Notar an einem Tisch. Rund 450 Berufsträgerinnen und Berufsträger arbeiten heute an acht Standorten zwischen Berlin, Chemnitz und Stuttgart. Angefangen hat das 1971 mit zwei Anwälten in Düsseldorf, wo die Partnerschaft bis heute ihren Sitz hat.
Beraten wird so ziemlich alles, was Unternehmen juristisch beschäftigt. Ein Team begleitet den Verkauf eines Mittelständlers durch die Due Diligence, im Nachbarbüro streiten Kolleginnen vor Gericht über eine Marke, wieder andere prüfen, ob eine Kündigung hält oder ob ein Vergabeverfahren sauber gelaufen ist. 21 Praxisgruppen hält die Kanzlei dafür vor, gearbeitet wird in 21 Sprachen. Die Mandanten sind deutsche und internationale Mittelständler, Großkonzerne und öffentliche Auftraggeber. Zuletzt hat Heuking ein Feld ausgebaut, das lange keine große Rolle spielte: Luft- und Raumfahrt und Verteidigung.
Die Zahlen dahinter sind veröffentlicht. Im Geschäftsjahr 2025 lag der Umsatz bei 211,8 Millionen Euro, knapp fünf Prozent über dem Vorjahr und über dem bisherigen Rekord von 2023; 445 Berufsträger erwirtschafteten das, rechnerisch 516.000 Euro pro Kopf. In der JUVE-Rangliste der umsatzstärksten deutschen Kanzleien steht Heuking damit auf Platz 17. Bemerkenswert ist dabei, was nicht passiert ist: Während viele große deutsche Sozietäten seit den Neunzigern in angelsächsischen Kanzleien aufgingen, hat Heuking eine internationale Fusion bewusst abgelehnt und arbeitet im Ausland stattdessen mit befreundeten Kanzleien zusammen. Die Entscheidungen fallen also weiter in Düsseldorf, München oder Hamburg. (Quellen: heuking.de sowie LTO, März 2026)
Für den Einstieg heißt das vor allem eines: früher Mandantenkontakt. Wer nach dem Referendariat anfängt, steht nach dem ersten Berufsjahr auf dem Briefbogen und führt nach drei Jahren den Titel Senior Associate. Danach gabelt sich der Weg mehrfach, in die Salaried- oder Equity-Partnerschaft ebenso wie in eine Counsel-Rolle. Ein Up-or-out gibt es nach Darstellung der Kanzlei nicht. Weiterbildung bündelt die HEUKING ACADEMY, Teilzeit ist möglich, die Charta der Vielfalt hat die Sozietät 2014 unterzeichnet. Referendarinnen und Referendare, Praktikanten und wissenschaftliche Mitarbeiter haben jeweils eigene Programme.
Jura studiert haben längst nicht alle, die hier arbeiten. Die Kanzlei bildet auch in kaufmännischen Berufen selbst aus, und hinter den 445 Berufsträgern steht ein deutlich größerer Apparat aus Sekretariat, Verwaltung, IT und Marketing. Gehaltsbänder macht Heuking öffentlich nicht bekannt, das erfährt man erst im Gespräch. Gewachsen wird weiter aus beiden Richtungen: Zum Jahreswechsel 2025/26 rückten sechs eigene Leute in Partner- und Associate-Positionen auf, im Februar 2026 wechselten fünf Anwältinnen und Anwälte von Norton Rose Fulbright zu Heuking.
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