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Wenn sich im Auto ein Fenster senkt oder ein Sitz nach hinten fährt, steckt dahinter fast immer ein kleiner Elektromotor. Genau solche Antriebe entwickelt und baut die NIDEC MOTORS & ACTUATORS (GERMANY) GmbH in Bietigheim-Bissingen, in einer Spannweite von 10 Watt bis 150 Kilowatt. Angefangen hat das Ganze 1923 mit Schraubendrehern, damals als Spezial Werkzeugfabrik Feuerbach, kurz SWF. Seit 2007 gehört das Unternehmen zur japanischen Nidec Corporation.
Das Portfolio beginnt bei Mikroantrieben für Aktuatoren und Pumpen und endet bei elektrischen Traktionsmotoren, die ein Fahrzeug tatsächlich vorwärts bewegen. Dazwischen liegen Motoren für Bremse und Lenkung, für die Motorkühlung und für das Thermomanagement. Wer die Abnehmer sind, sagt das Unternehmen auf seiner Website selbst: Bosch, Magna und thyssenkrupp Presta stehen dort in der Kundenliste, daneben Valeo, Adient und JTEKT. Geliefert wird also überwiegend an große Systemlieferanten, die daraus komplette Baugruppen für die Autohersteller machen. Ein zweites Standbein sind Gleichstrommotoren für industrielle Anwendungen.
Bietigheim-Bissingen ist mehr als eine Verwaltungsadresse. Der Nidec-Konzern führt den Standort zugleich als Hauptsitz, als Entwicklungszentrum, als Werk und als Vertriebsbasis für das europäische Automotive-Geschäft. Entwicklung, Prototypenbau, Softwareentwicklung und Serienfertigung liegen damit auf demselben Gelände, was für Ingenieurinnen und Techniker kurze Wege zwischen Zeichnung und Bauteil bedeutet. Nach Bietigheim kam SWF übrigens 1942, aus Stuttgart-Feuerbach. Geblieben ist der Ort bis heute. Produziert wird in Europa außerdem in Spanien und im polnischen Niepołomice, wo unter anderem Motoren für Motorkühlung und ABS vom Band laufen.
Im Rücken steht ein Konzern von erheblicher Größe. Die 1973 gegründete Nidec Corporation aus Kyoto beschäftigte zum 31. März 2025 konzernweit 104.285 Menschen und wies für dasselbe Geschäftsjahr einen Umsatz von 2.607 Milliarden Yen aus. Für Beschäftigte in Bietigheim heißt das ein Arbeitsumfeld, in dem schwäbische Fertigungstradition und japanische Konzernstrukturen aufeinandertreffen. Das Unternehmen macht daraus kein Geheimnis, sondern beschreibt diese Mischung aus europäischer und japanischer Unternehmenskultur auf seiner Karriereseite ausdrücklich als Merkmal, zusammen mit flachen Hierarchien und der Arbeit an Elektrifizierung, CO2-Reduktion und automatisiertem Fahren.
Die ausgeschriebenen Rollen zeigen, wie breit das Haus aufgestellt ist. Anfang August 2026 standen neun Stellen im eigenen Karriereportal, darunter ein SAP Consultant für die Supply Chain, ein technischer Einkäufer und ein Application Engineer für Bietigheim-Bissingen. Technik ist also nicht der einzige Zugang: Auch Jura ist vertreten, gesucht wurde ebenfalls ein Legal Counsel. Studierende finden Werkstudentenstellen über dasselbe Portal, das zusätzlich Positionen im thüringischen Auengrund und im serbischen Novi Sad listet. Initiativbewerbungen nimmt das Unternehmen ausdrücklich entgegen. Eine offizielle Beschäftigtenzahl für den deutschen Standort veröffentlicht Nidec nicht; im eigenen LinkedIn-Profil gibt das Unternehmen seine Größe mit 201 bis 500 Mitarbeitenden an.
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