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Rund 10.000 Menschen arbeiten weltweit für REMA TIP TOP. Sie halten Förderbänder in Bergwerken und Häfen instand, sie schützen Anlagen in Kraftwerken vor Korrosion, und sie liefern das Material, mit dem Werkstätten Reifen reparieren. Begonnen hat alles 1923 mit den Brüdern Otto und Willy Gruber. Der Konzernsitz liegt heute in Poing bei München.
Das Geschäftsmodell lässt sich in drei Worten sagen: reparieren statt ersetzen. Schüttgut schleift Förderbänder, Trommeln und Rutschen ab, und statt die Technik auszutauschen, vulkanisieren und gummieren die Teams von REMA TIP TOP sie direkt an der Anlage wieder instand. Daraus ist über hundert Jahre ein Konzern gewachsen, der heute in mehr als 200 Tochter- und Beteiligungsgesellschaften organisiert ist und im Geschäftsjahr 2024 mehr als 1,5 Milliarden Euro umgesetzt hat. Die Wurzeln liegen im Handel mit Schrauben und Kleineisenteilen. In den 1930er-Jahren kamen die ersten Reifenreparatur-Sets dazu, nach dem Krieg die Kaltvulkanisation, mit der sich Gummi ohne Hitze dauerhaft verbinden lässt.
Die Kundschaft ist entsprechend breit. Im Bergbau und in Häfen geht es um Anlagen, deren Stillstand schnell teuer wird. In Kraftwerken und in der Chemie geht es um Beschichtungen, die Behälter und Rohre vor Korrosion und Abrieb schützen. Und in der Kfz-Werkstatt liegt das Material aus Poing in der Schublade, wenn ein Reifen geflickt wird. Allein in Deutschland gehören acht Regionalgesellschaften zur AG. In Borna sitzt die Industrievulkanisation, in Desdorf werden Förderbänder repariert und Trommeln gummiert, und die TIP TOP Automotive GmbH bedient den Reifen- und Werkstattmarkt.
Wer technisch arbeitet, ist viel bei Kunden vor Ort, teils international und teils kurzfristig, wenn irgendwo ein Band gerissen ist. Gesucht sind Leute aus der Metallbearbeitung, der Kautschuk- und Kunststofftechnik oder der Mechatronik. Quereinsteiger werden eingearbeitet und weiterqualifiziert. Daneben trägt das Unternehmen den kaufmännischen Bereich, Produktmanagement und Vertrieb sowie Produktion und Logistik an den Werken. Schulabgänger können eine Ausbildung nach IHK-Rahmen absolvieren, ergänzt um eigene Fachseminare. Für Weiterbildung betreibt der Konzern die RTT Academy, für den Führungsnachwuchs ein Talentprogramm gemeinsam mit der Boston Business School. Wie viele der rund 10.000 Beschäftigten auf Deutschland entfallen, veröffentlicht das Unternehmen nicht. Zuletzt hat die Gruppe die Vermögenswerte des kanadischen Herstellers Almex übernommen, der Vulkanisierpressen für Förderbänder baut, und fertigt seither zusätzlich in Kanada, China und Spanien.
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