

Tirpitzstraße 39 39
26122 Oldenburg
Deutschland

Am 3. August 2026 haben 155 Auszubildende und dual Studierende ihren ersten Arbeitstag im EWE-Konzern gehabt, verteilt auf EWE NETZ, swb, BTC und EWE SERVICEPARTNER. Rund 850 junge Menschen lernen derzeit konzernweit. Wer hier einsteigt, arbeitet an Strom- und Gasnetzen, an Windparks, an Glasfaser und zunehmend an Wasserstoff. Energie liefert das Unternehmen aus Oldenburg seit 1930.
EWE versorgt den Nordwesten Deutschlands mit Strom, Erdgas und Wärme, dazu kommen Telekommunikation und IT. Das Gebiet reicht von Ostfriesland und dem Oldenburger Land über Bremen bis nach Brandenburg und auf die Insel Rügen. Entstanden ist der Konzern 1930 aus dem Zusammenschluss regionaler Stromversorger. Im Geschäftsjahr 2025 beschäftigte er im Jahresdurchschnitt 11.159 Menschen und erwirtschaftete einen Umsatz von 8.104,5 Millionen Euro; 1,6 Milliarden Euro flossen im selben Jahr in Windenergie, grünen Wasserstoff und den Ausbau der regionalen Stromnetze (EWE-Pressemitteilung, April 2026).
Die Arbeit ist handfest. Die Netztochter EWE NETZ betreibt rund 84.000 Kilometer Stromnetz und knapp 58.000 Kilometer Gasnetz und beschäftigt im Schnitt etwa 1.800 Menschen. Dort ist man als Elektronikerin für Betriebstechnik im Netzbetrieb draußen unterwegs oder plant im Büro die Anschlüsse für ein neues Wohngebiet. Ganz andere Berufsbilder finden sich bei der konzerneigenen BTC in Oldenburg, einem IT-Haus mit rund 2.600 Beschäftigten in der Gruppe, elf deutschen Standorten und Projekten von SAP-Einführungen bis zur Software-Entwicklung. In Bremen gehört swb zum Konzern. Zwischen Netzmontage, Rechenzentrum und Kraftwerk liegen also Welten, und alle drei gehören zum selben Arbeitgeber.
Die Eigentümerstruktur ist ungewöhnlich stabil: 74 Prozent hält der EWE-Verband, ein Zusammenschluss von 21 Städten und Landkreisen der Region, 26 Prozent liegen seit Februar 2020 beim Infrastrukturinvestor Ardian. Damit zählt EWE nach eigenen Angaben zu den größten kommunalen Unternehmen Deutschlands. Die Anteilseigner sitzen in der Region, in der auch gearbeitet wird.
Ausbildung hat sichtbar Gewicht. Für 2026 konnten bis auf zwei alle Ausbildungsplätze besetzt werden, und das Angebot wächst weiter: Neu dazugekommen sind ein duales Studium Digital Business bei EWE NETZ, ein Studiengang Angewandte Künstliche Intelligenz und die Fachinformatik-Ausbildung für Anwendungsentwicklung bei swb. Ausgebildet wird aber auch zum Koch für das Betriebsrestaurant. Zentraler Standort für die meisten Ausbildungsberufe ist Oldenburg. Wie viele Nachwuchskräfte nach dem Abschluss übernommen werden, weist EWE öffentlich nicht aus.
Wer technisch einsteigen will, trifft auf Projekte, die es so nur selten gibt. EWE GASSPEICHER betreibt 37 Salzkavernen im Nordwesten und in Brandenburg, in Rüdersdorf wurde gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt die Wasserstoffspeicherung in einer Pilotkaverne erprobt. In Emden baut EWE einen Elektrolyseur mit 320 Megawatt Leistung, nach Unternehmensangaben eine der größten Anlagen zur Wasserstofferzeugung in Europa; in Betrieb gehen soll sie um 2028.
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