
Zwölf Behandlungsplätze hat das Entzugskrankenhaus Count Down an der Frankfurter Allee. Wer dort den Entzug schafft, wird im selben Verbund weiterbegleitet: in der Übergangseinrichtung, in der Fachambulanz oder in der Klinik am Wannsee. Genau darin liegt die Idee des Drogentherapie-Zentrum Berlin, das seit 1979 in der Suchthilfe arbeitet. Sieben vernetzte Einrichtungen, ein Träger, rund 1.400 Klientinnen und Klienten im Jahr.
Rund 150 Beschäftigte tragen diese Arbeit. Sie begleiten Menschen mit Suchterkrankungen über die gesamte Kette hinweg, vom körperlichen Entzug über die stationäre medizinische Rehabilitation bis zum therapeutisch betreuten Wohnen danach. Die Fachklinik LAGO liegt zwischen Wasser und Wald am Wannsee und nimmt bis zu 68 Patientinnen und Patienten auf. Dort arbeiten Ärztinnen und Pflegefachkräfte Tür an Tür mit Psychotherapeuten, Sport- und Ergotherapeutinnen, und zum Programm gehört auch eine Reittherapie. In Friedrichshain sitzt die zentrale Anmeldung, an die sich Betroffene und Angehörige zuerst wenden.
Wer hier arbeitet, muss nicht aus einem Gesundheitsberuf kommen. Zum Zentrum gehören zwei Zweckbetriebe: das Restaurant Die Garbe und der Gebäudereiniger Cleanexx, in denen Klientinnen und Klienten schrittweise wieder an geregelte Arbeit herangeführt werden. Entsprechend sucht das Haus neben Pflegefachkräften und Suchttherapeutinnen auch Köche, Hauswirtschaftskräfte oder Leute für die Buchhaltung. Ein Freiwilliges Soziales Jahr, ein Bundesfreiwilligendienst und Praktika sind möglich; Initiativbewerbungen nimmt die Organisation ausdrücklich entgegen. Auf ihrer Karriereseite beschreibt sie das Miteinander mit drei Worten: gegenseitige Wertschätzung, kompetente Unterstützung, offene Atmosphäre.
Die Qualität lässt der Träger extern prüfen. Seit 2009 ist er nach dem Paritätischen Qualitätssystem PQ-Sys zertifiziert, die Fachklinik zusätzlich für die Rehabilitation nach SGB IX, die Zweckbetriebe nach AZAV. Das Zentrum gehört dem Berliner Landesverband des Paritätischen an. 2022 wurde der 1979 gegründete Verein durch Formwechsel in eine gemeinnützige GmbH mit Sitz in Berlin-Friedrichshain überführt, Name und Auftrag blieben unverändert. Zu Vergütung oder Tarifbindung veröffentlicht die Organisation keine Angaben. Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg nannte das Haus im Juli 2025 einen Leuchtturm der Suchthilfe.