An der Bellmerei 10
58513 Lüdenscheid
Deutschland

In jedem zweiten Fahrzeug weltweit steckt nach Unternehmensangaben Elektronik von KOSTAL. Das Unternehmen aus Lüdenscheid baut die Module hinter Dingen, die Autofahrer täglich bedienen, ohne darüber nachzudenken: den Hebel am Lenkrad, das Steuergerät in der Tür, die Ladeelektronik im Elektroauto. Gegründet wurde die Firma 1912 von Leopold Kostal. Sie ist bis heute in Familienbesitz, inzwischen in der vierten Generation.
Angefangen hat Leopold Kostal mit Installationsmaterial, ab 1927 rückte die Fahrzeugelektrik in den Mittelpunkt. Aus der Werkstatt im Sauerland ist eine Gruppe geworden, die 2025 einen vorläufigen Umsatz von 3,50 Milliarden Euro mit 19.900 Mitarbeitenden erzielte und an 64 Standorten in 22 Ländern auf fünf Kontinenten arbeitet (kostal.com, abgerufen 08.08.2026). Über 83 Prozent der Belegschaft sitzen außerhalb Deutschlands. Internationale Zusammenarbeit ist hier deshalb kein Schlagwort auf der Karriereseite, sondern Alltag: Wer ein Bauteil entwickelt, stimmt sich regelmäßig mit Kolleginnen und Kollegen in Mexiko, China oder Osteuropa ab.
Das mit Abstand größte Geschäft ist die Automobil Elektrik, die 2025 rund 2,99 Milliarden Euro Umsatz und 16.900 Beschäftigte auf sich vereinte. Beliefert werden Automobilhersteller und deren Zulieferer. Bei Lenkstockmodulen, Türsteuergeräten und Shift-by-Wire-Systemen gibt das Unternehmen den eigenen Marktanteil mit über 30 Prozent an, mehr als 6,8 Millionen Onboard-Charger für Elektrofahrzeuge sind ausgeliefert. In der Rangliste der weltweit größten Automobilzulieferer der Automobilwoche stand KOSTAL im Juli 2024 auf Platz 68. Mehr als 200 Millionen Euro fließen jährlich in Forschung und Entwicklung. Für Ingenieurinnen und Ingenieure heißt das: Die Produkte, an denen sie arbeiten, gehen in Serie, und zwar in großer Stückzahl.
Es gibt aber auch die zweite, weniger bekannte Seite der Gruppe. In Hagen entwickelt und fertigt KOSTAL Industrie Elektrik mit über 520 Beschäftigten Leistungselektronik und Antriebstechnik, und in Freiburg baut KOSTAL Solar Electric seit 2006 Wechselrichter für Photovoltaikanlagen. Wer also an der Energiewende mitbauen und trotzdem in einem industriell erfahrenen Umfeld bleiben will, findet innerhalb derselben Gruppe eine Alternative zum Automobilgeschäft. Ein Wechsel zwischen den Bereichen ist damit ohne Arbeitgeberwechsel möglich.
Der Nachwuchs kommt zu einem guten Teil aus dem eigenen Haus. Angehende Werkzeug-, Zerspanungs- und Industriemechanikerinnen lernen an den Maschinen, Elektroniker und technische Produktdesigner kommen im gleichen Jahrgang dazu. Daneben laufen duale Studiengänge in Elektrotechnik, Maschinenbau, Kunststofftechnik und Mechatronik. Ausbildungs- und Studienplätze werden rund ein Jahr vor Start ausgeschrieben. Als Leistungen nennt das Unternehmen flexible Arbeitszeitmodelle samt Möglichkeit zur Remote-Arbeit, mehrere Modelle der betrieblichen Altersvorsorge und Angebote zur fachlichen wie persönlichen Weiterbildung. Wie viele der 19.900 Mitarbeitenden auf die deutschen Standorte entfallen, weist KOSTAL nicht gesondert aus.
Rechtsträger der Gruppe ist die Leopold Kostal GmbH & Co. KG mit Sitz in Lüdenscheid. Geführt wird sie von Andreas Kostal, der seit 2011 an der Spitze steht, gemeinsam mit Hansjörg Herrmann und Mathias Orschiedt. Auf der eigenen Unternehmensseite steht der Leitsatz der Familie: Das Interesse des Unternehmens KOSTAL steht vor dem Interesse der Familie Kostal.
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