Industriestraße 6-8
84137 Vilsbiburg
Deutschland

Flottweg SE baut Maschinen, die Feststoffe von Flüssigkeiten trennen. Das klingt zunächst abstrakt, steckt aber in erstaunlich vielen Alltagsprodukten: In der Olivenölgewinnung holen Flottweg-Dekanter das Öl aus der Fruchtmasse, in Kläranlagen entwässern dieselben Zentrifugen Schlamm. Entwickelt und gefertigt wird ausschließlich in Vilsbiburg in Niederbayern. Rund 1.000 der weltweit über 1.250 Beschäftigten arbeiten dort.
Angefangen hat das Unternehmen mit Motorrädern. 1932 übernahm Dr. Georg Bruckmayer die Namensrechte der Flottweg-Motoren-Werke, 1953 lieferte die Firma ihren ersten Dekanter an die BASF und war damit in der Separationstechnik angekommen. 2012 wurde aus der Aktiengesellschaft eine Europäische Aktiengesellschaft, der Sitz blieb derselbe. 2025 erwirtschaftete Flottweg nach eigenen Angaben 313 Millionen Euro Umsatz, mehr als 80 Prozent davon im Export.
Die Kunden sitzen in über 100 Ländern, betreut über zwölf Tochtergesellschaften und rund 50 Vertriebs- und Servicebüros; in Deutschland kommen Standorte in Köln und Leipzig dazu. Für Beschäftigte heißt das: Die eigenen Maschinen laufen in sehr unterschiedlichen Welten. Ein Separator klärt Fruchtsaft oder Bier, ein Dekanter entwässert Bergbau-Tailings in Südamerika oder gewinnt Fischöl. Wer in den Service geht, sieht diese Anlagen vor Ort.
In der Fertigung stehen Industriemechaniker und Mechatroniker an den Maschinen, ein paar Türen weiter arbeiten Softwareentwickler und SAP-Consultants an den Systemen dahinter. Ausgebildet wird bei Flottweg seit über 80 Jahren, aktuell zählen rund 100 der Vilsbiburger Belegschaft als Auszubildende oder Praktikanten; gelernt wird Industriemechanik ebenso wie Fremdsprachenkorrespondenz. Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit gibt das Unternehmen mit 11,5 Jahren an.
2021 nahm Flottweg in Vilsbiburg ein zweites Werk in Betrieb, rund 55 Millionen Euro teuer und damit die größte Einzelinvestition der Firmengeschichte. Die Fertigungskapazität sollte sich damit verdoppeln. Zur Eigentümerstruktur veröffentlicht das Unternehmen keine Details, bezeichnet sich aber selbst als Familienunternehmen. Produziert wird weiterhin an genau einem Ort.
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