
Wer beim Arzt die e-card einsteckt, in meineSV die eigenen Versicherungszeiten nachsieht oder den eImpfpass aufruft, arbeitet mit Systemen, die bei der ITSV entwickelt und betrieben werden. 8,8 Millionen Versicherte in Österreich verlassen sich darauf, dass das jeden Tag läuft. Die IT-Services der Sozialversicherung GmbH gehört zur Gänze den heimischen Sozialversicherungsträgern und bündelt seit Ende 2004 deren IT. Gearbeitet wird an zwei Standorten, in Wien und in Linz.
Angefangen hat das Ganze klein: eine Handvoll Leute, die die IT-Vorhaben der Träger koordinieren sollten. 2007 übernahm die ITSV deren IT-Tätigkeiten und wurde zum Dienstleister für die gesamte Sozialversicherung, von der IT-Strategie bis zum Betrieb der Rechenzentren. Dort laufen heute rund 2.300 Server mit 5.100 Terabyte Speicher, dazu kommen über 10.000 Clientgeräte in den Häusern der Träger. Im Servicecenter nehmen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jährlich mehr als 570.000 Anrufe entgegen, auf Wunsch in bis zu acht Sprachen. Zertifiziert ist dieser Bereich seit November 2018 nach ISO 18295-1.
Eigentümer sind die Österreichische Gesundheitskasse, der Dachverband der Sozialversicherungsträger, die SVS und die BVAEB. Das prägt den Arbeitsalltag: Die Kundinnen und Kunden stehen fest, die Vorhaben sind auf Jahre angelegt, und was hier entsteht, landet früher oder später bei fast jedem Menschen im Land. Zwischen 2007 und 2020 hat die Bündelung der IT nach Angaben des Unternehmens rund 394,6 Millionen Euro an IT-Kosten erspart. Im Dezember 2024 feierte die ITSV ihr 20-jähriges Bestehen.
Die Berufsbilder im Haus sind entsprechend breit. In der Entwicklung entstehen die zentralen Anwendungen der Sozialversicherung und werden ältere Systeme auf neue Plattformen gehoben, im Servicecenter sitzen jene, die ans Telefon gehen und schriftliche Anbringen bearbeiten, dazu kommen Rollen in Projekt- und Prozessmanagement, Einkauf und Rechnungswesen. Cloud-Architektur, Cybersecurity, Java und SAP tauchen regelmäßig in den Ausschreibungen auf. Weiterbildung wird genutzt: 257 Beschäftigte haben im vergangenen Jahr interne und externe Angebote in Anspruch genommen. Eine aktuelle Gesamtbelegschaftszahl veröffentlicht das Unternehmen nicht; ein Bericht aus dem Jahr 2019 sprach von rund 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
Nachwuchs bildet die ITSV selbst aus. Zuletzt starteten sechs neue Lehrlinge in Applikationsentwicklung, Informationstechnologie mit Schwerpunkt Systemtechnik und Büromanagement, begrüßt in einem eigenen Lehrlingsbootcamp; im Rechenzentrum durchlaufen sie alle 18 Gruppen und lernen den Betrieb von innen kennen. Die Wirtschaftskammer führt das Unternehmen mit dem Wiener Qualitätssiegel TOP-Lehrbetrieb, gültig bis 2026. Ausgemusterte IT-Geräte gibt die ITSV seit über dreizehn Jahren an einen Recyclingpartner weiter, und für ihre Arbeit an Nachhaltigkeit und Inklusion erhielt sie 2025 eine CSR-Urkunde.
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