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Rund 750 Menschen arbeiten hier daran, dass aus Laborbefunden Behandlungen werden. Das Berliner Institut für Gesundheitsforschung in der Charité, kurz BIH, hat für diesen Weg einen eigenen Namen: Translation. Gemeint ist die Strecke von der biomedizinischen Grundlagenforschung über die klinische Studie bis ans Krankenbett. Über der Arbeit steht der Leitsatz „Aus Forschung wird Gesundheit“.
Etwa 50 wissenschaftliche Arbeitsgruppen forschen am BIH, unter anderem an regenerativen Therapien und an digitaler Gesundheit. Gegründet wurde das Institut 2013. Seit Januar 2021 bildet es die dritte Säule der Charité neben Krankenversorgung und Fakultät und ist dort der Translationsforschungsbereich; das Max Delbrück Center ist privilegierter Partner. Finanziert wird das BIH zu 90 Prozent vom Bund und zu 10 Prozent vom Land Berlin. Das ist eine öffentliche Grundlage, auf der sich langfristig planen lässt.
Wer hier arbeitet, sitzt selten allein im Labor. Im Käthe-Beutler-Haus in Berlin-Buch stehen die Arbeitsgruppen Tür an Tür mit dem Max Delbrück Center. Im Rahel Hirsch Center for Translational Medicine an der Luisenstraße laufen klinische Studien direkt am Campus Charité Mitte, und die Verwaltung sitzt im Spreepalais am Dom, wenige Schritte vom Berliner Dom entfernt. Dazu kommen Standorte am Campus Virchow-Klinikum und am Campus Benjamin Franklin.
Die Berufe reichen weit über die Wissenschaft hinaus. Neben Forschenden aus Biologie, Medizin und Bioinformatik arbeiten am BIH technische Assistenzen in den Core Facilities, etwa in der Genomik oder der Proteomik, dazu Beschäftigte in Verwaltung, Wissenschaftsmanagement und Kommunikation. Auch Ausbildungsplätze und duale Studiengänge vergibt das Institut. Wie sich die rund 750 Stellen auf Wissenschaft, Technik und Verwaltung verteilen, weist das BIH öffentlich allerdings nicht aus.
Für Ärztinnen und Ärzte ist das BIH Charité Clinician Scientist Programm das wohl stärkste Argument. 2011 mit acht Geförderten gestartet, ist es heute das größte Programm seiner Art in Deutschland. Sein Kern ist vertraglich zugesicherte Forschungszeit: 50 Prozent der Arbeitszeit über drei Jahre, bei Jüngeren 20 Prozent über zwei Jahre (Ärztekammer Berlin, Januar 2024). Facharztweiterbildung und eigene Forschung schließen sich hier also nicht aus. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft zeichnete das Programm 2015 als Best-Practice-Modell aus. Für alle anderen Karrierestufen öffnet die BIH Biomedical Innovation Academy ihre Vorträge, Workshops und Trainings, und ein Welcome Service begleitet neue Beschäftigte und Gäste beim Ankommen in Berlin.
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