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Im Kollhoff-Tower am Potsdamer Platz 1 arbeiten über 80 Anwältinnen und Anwälte von Raue, dazu Notare im eigenen Haus. Sie begleiten Unternehmen durch Übernahmen und Finanzierungsrunden, führen Verfahren vor Gerichten und Schiedsgerichten und betreuen Genehmigungs- und Regulierungsfragen für Mandanten aus Energie- und Gesundheitswirtschaft. Ein eigenes Team für Legal Tech und KI gehört ebenfalls dazu. Ein Standort, alle Bereiche unter einem Dach.
Die Geschichte beginnt 1976, als Peter Raue in Berlin eine auf Verwaltungsrecht ausgerichtete Kanzlei gründet. Über mehrere Fusionen wuchs daraus eine große Wirtschaftskanzlei, unter anderem in Verbindung mit der US-Sozietät Hogan & Hartson. 2010 entschieden sich rund 20 Partner gegen den Weg in den Großzusammenschluss von Hogan & Hartson und Lovells und machten eigenständig weiter. Seit 2019 trägt die Sozietät ihre heutige Rechtsform als Partnerschaft mbB mit Sitz in Berlin. Diese Unabhängigkeit hat praktische Folgen für die Arbeit: Raue gehört keinem internationalen Kanzleiverbund an und arbeitet bei grenzüberschreitenden Mandaten mit ausgewählten Kanzleien im Ausland zusammen, was internationale Fälle in der täglichen Arbeit sehr präsent macht.
Besonders stark ist die Kanzlei in Märkten, in denen der Staat mitregiert. Im Energiebereich geht es um Klimaschutzvorgaben und Anlagengenehmigungen, im Gesundheitsrecht um Kliniken, Arzneimittel und Life Sciences. Daneben beraten Teams Medien- und Telekommunikationsunternehmen und begleiten junge Technologiefirmen von der Gründung bis in die Wachstumsfinanzierung. Auch Kunst- und Kulturrecht hat in Berlin Tradition. Für den Gesundheitssektor wurde Raue bei den JUVE Awards 2024 als Kanzlei des Jahres ausgezeichnet, im JUVE-Handbuch 2025/2026 zählt sie zu den TOP 50 der deutschen Wirtschaftskanzleien, und Chambers Germany 2026 empfiehlt sie in acht Rechtsgebieten.
Rund 180 Menschen arbeiten insgesamt für die Kanzlei, 29 davon als Partnerinnen und Partner; der Umsatz lag bei 29,9 Millionen Euro (JUVE, 2024). Genauere eigene Beschäftigtenzahlen veröffentlicht Raue nicht, die Angabe "über 80 Anwältinnen und Anwälte" stammt von der Kanzlei selbst. Wer sich für den Weg zur Partnerschaft interessiert, findet klare Stufen: Associates erscheinen nach einem Jahr auf dem Briefkopf, nach mindestens drei Jahren folgt die Senior-Associate-Stufe, und neben der Equity-Partnerschaft gibt es die Laufbahnen als Associate Partner und Counsel. Ein Drittel der seit 2010 neu ernannten Partner sind Frauen.
Der Einstieg läuft über mehrere Türen. Für 2026 plant die Kanzlei 10 bis 15 Volljuristinnen und Volljuristen, 25 Referendariatsplätze, zwölf Stellen für wissenschaftliche Mitarbeit und zehn Praktika (azur, 2026); ein großer Teil der neuen Associates kommt aus dem eigenen Referendariat. Fortbildung bündelt der "Raue Campus", von fachlichen Veranstaltungen und Berichten aus laufenden Mandaten bis zu Seminaren über Verhandlungsführung und Kommunikation. KI-Schulungen sind für alle verpflichtend, ein internes Legal-Tech-Team entwickelt eigene Anwendungen. Gesucht wird nicht nur juristisch: Anwaltsassistenz und Business Services sind eigene Berufsfelder in der Kanzlei. Alle sitzen im selben Haus am Potsdamer Platz. Ein zweites Büro hat Raue nicht.
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